David Sesa: „Die Vorfreude auf den Blue Stars/FIFA Youth Cup beim RSC Anderlecht ist sehr gross"

Als 18-jähriger bestritt er 1991 mit dem FC Zürich den Blue Stars/FIFA Youth Cup.  Danach folgte eine erfolgreiche Karriere unter anderem bei Servette, Lecce, Napoli, Aarau und in der Schweizer Nationalmannschaft. Heute gehört David Sesa (DS) zusammen mit René Weiler zum erfolgreichen Schweizer Trainerduo, welches mit dem RSC Anderlecht am 18. Mai den 34. belgischen Meistertitels gewann. Der belgische Traditionsverein gehört 2017 erneut zu den Teilnehmern des Blue Stars/FIFA Youth Cup. Im vergangenen Jahr belegte man den dritten Tabellenrang – dieses Jahr soll es noch weiter nach oben gehen, wie David Sesa im Interview erklärt.

Online-Redaktion youthcup.ch: David Sesa, vor 26 Jahren hast Du mit dem FC Zürich am Blue Stars/FIFA Youth Cup teilgenommen. Was für Erinnerungen hast Du an jenes Turnier? 

DS: Sehr schöne Erinnerungen. Das Turnier ist seit eh und je ein Begriff weit über unsere Landesgrenzen hinaus. Ich war stolz, mich damals mit Top-Teams zu messen. Der Blue Stars/FIFA Youth Cup ist immer gut besetzt. Besonders in Erinnerung behielt ich den Auftritt von Manchester United. Er war ein Highlight für mich und meine damaligen Teamkollegen. Das war ein riesiges Erlebnis für uns alle!  

Viele Experten bezeichnen das Turnier immer wieder als ideales Sprungbett für junge, talentierte Spieler. Wenn man alle berühmte Namen anschaut, die am Blue Stars/FIFA Youth Cup in den vergangenen Jahren teilgenommen haben, dann hat man mehr als nur einen Beweis für diese Aussage. Oder?  

DS: Dieses Turnier geniesst eine grosse Wichtigkeit, auch im Ausland. Man kennt den Blue Stars/FIFA Youth Cup auf der ganzen Welt und dies nicht zuletzt dank der hervorragenden Arbeit der Organisatoren. Es ist eine Tatsache, dass die Top-Klubs mit ihren grossen Talenten anreisen, um diese auch auf internationaler Bühne zu zeigen. Und vieler dieser Talente wissen sich auch immer wieder optimal zu präsentieren. Das Niveau an diesem Turnier ist immer sehr hoch. Es ist ein sehr wichtiger Wettbewerb, nicht zuletzt auch wegen den vielen Zuschauern, welche über die Auffahrts-Feiertage zu den Spielen kommen.  

Der RSC Anderlecht ist erneut zu Gast am Blue Stars/FIFA Youth Cup. Wie gross ist die Vorfreude in Brüssel auf die diesjährige Teilnahme? 

DS: Sehr gross. Die Mannschaft will mit allen Mitteln versuchen, noch besser zu sein , als im vergangenen Jahr. 2016 belegte unser Nachwuchsteam immerhin Platz 3.  

Den Erfolg zu haben ist der Anspruch des RSC Anderlecht. Wie würdest du deinen jetzigen Arbeitgeber beschreiben? 

DS: Anderlecht hat eine grosse Geschichte, es ist DER Verein in Belgien! Fantastisch natürlich, dass wir jetzt Titel Nummer 34 feiern konnten. Ich beschreibe Anderlecht als einen Grossverein, der viele gute Spieler geformt hat. Spieler, die zu grossen Stars wurden. Dass Anderlecht wieder nach Zürich kommt, zeigt, dass man unbedingt an diesem Turnier teilnehmen will. Fast alle Juniorenteams des RSC Anderlecht haben in dieser Saison den Meistertitel geholt. Auch jene Mannschaft, die am diesjährigen Blue Stars/FIFA Youth Cup präsent ist. Ich bin überzeugt, dass sie ein gutes und erfolgreiches Turnier bestreiten wird.  

Dass Belgien derzeit zu den Top-Fussballnationen gehört, ist nicht zuletzt ein Verdienst jener Vereine, welche ausgezeichnete Arbeit in ihren Nachwuchsabteilungen machen… 

DS: Zweifelsohne! In Belgien steht die Nachwuchsarbeit weit, weit oben in der Prioritätenliste der Vereine. Die Herren Lukaku, Fellaini oder Hazard sind beste Beweise dafür. Natürlich ist das eine goldige Generation. Was nun aber nachrückt, ist auch sehr gut. Im Nachwuchsbereich wird wirklich fantastisch gearbeitet. Die Resultate sieht man, die Nationalmannschaft ist sehr stark. Es beweist einmal mehr die Tatsache, dass sich Investitionen im Nachwuchs lohnen und dass man mit guten, kompetenten Fachleuten den Talenten eine optimale Ausbildung garantieren kann. In allen Bereichen. 

Wie schwierig ist für die Junioren der Sprung in die erste Mannschaft? 

DS: Da muss vieles zusammenstimmen. Aber es ist natürlich klar die Absicht, den einen oder anderen Spieler in die erste Mannschaft einzubauen. Derzeit sind in unserem U21-Team ein paar wirklich interessante Spieler: Belgische Junioren-Nationalspieler, Junioren-Nationalspieler aus afrikanischen Ländern – es wird wie gesagt hervorragend in unserer Nachwuchs-Abteilung gearbeitet.  

Mit Anderlecht muss man also am Blue Stars/FIFA Youth Cup rechnen!?  

DS: Ich hoffe es, ja. Unser Team will sich gut verkaufen und es wird alles dafür tun, um erfolgreich nach Brüssel zurückkehren zu können. 

(Giovanni Marti)

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